Grundsätzlich arbeiten wir in zwei Settings, die sich in ihrer Herangehensweise deutlich unterscheiden. Welches davon geeignet ist, ergibt sich normalerweise direkt aus Ihrem Anliegen.

1. Lösungsorientierte Kurzzeit-Psychotherapie

Unter lösungsorientierter Kurzzeit-Psychotherapie oder Kurztherapie versteht man ein Setting, das darauf abzielt, mit 1-3 Sitzungen die Lösung für ein bestimmtes Problem zu erreichen. Dahinter steht die Erkenntnis, dass nicht die Dauer einer Therapie den Erfolg bestimmt, sondern der richtige Impuls zur richtigen Zeit. Oft reicht eine einzige Sitzung, um den nötigen Impuls zu geben. Da erst das Anliegen geklärt werden muss und dann damit gearbeitet wird, reicht eine Zeitstunde erfahrungsgemäß nicht aus. Deshalb arbeiten wir in diesem Setting mit zeitlich offenen Sitzungen. Durchschnittlich dauert so eine Sitzung 1,5 - 2,5 Stunden. Eventuelle Folgesitzungen legen nicht wir als Therapeuten fest, sondern Sie als Klient. Folgesitzungen sind gewöhnlich deutlich kürzer und erfolgen in Abständen von mehreren Wochen, damit genügend Zeit für Veränderung bleibt.

Voraussetzung für dieses Setting ist, dass es sich um ein begrenztes Problem oder Thema handelt. Durch die Verwendung erlebnisorientierter Methoden kann in kurzer Zeit sehr effektiv gearbeitet werden: Gewöhnlich gehen wir mit einem Problem immer auf die gleiche Weise um. Das heißt, wir laufen immer in eine Richtung und kommen gar nicht auf die Idee, dass es noch andere Wege geben könnte. Oft hilft es schon, einem Menschen zu zeigen, daß es mehrere gibt. Dann kann er die Richtung wechseln und sein Problem selbst lösen. In diesem Rahmen ist es natürlich nicht möglich, die gesamte Lebensgeschichte durchzuarbeiten oder emotionale Verletzungen vollständig zu heilen.

Der Ansatz der Kurztherapie entspricht dem Credo der Systemischen Therapie, dass Entwicklung möglichst im realen Leben stattfindet sollte. Dieses Setting wird bevorzugt von Wulf Mirko Weinreich genutzt wird. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass die Kosten überschaubar bleiben.
Die Arbeit in diesem Setting ist sehr gefühls- und erlebnisorientiert und dadurch sehr intensiv. Daher ist sie nicht für jeden Menschen geeignet. Möglicherweise möchten Sie in mehreren Sitzungen erst einmal ein Vertrauensverhältnis zum Therapeuten aufbauen oder Ihr Problem ist so gravierend, dass es sich nicht in wenigen Sitzungen lösen lässt. Dann empfiehlt sich eine vorsichtigere Herangehensweise:

2. Langzeittherapie

Bei schweren psychischen Verletzungen (z.B. sexueller Missbrauch), chronischen Störungen (Psychosomatische Krankheiten, Anorexie, Zwangserkrankungen, u.v.a.) oder in akuten Krisen ist manchmal eine längere psychotherapeutische Begleitung notwendig oder auch einfach hilfreich. Dabei helfen vor allem Interventionen aus der Verhaltenstherapie, wie sie von Tabea Plötz bevorzugt werden.

Dieses Setting zeichnet sich durch wöchentlich Sitzungen von jeweils 50 Minuten über einen größeren Zeitraum aus. Hier können auch Lebensthemen ausführlich bearbeitet werden.
Die Erstsitzung (Vorgespräch) dauert gewöhnlich etwas länger, da hier sowohl die organisatorischen Dinge besprochen werden, als auch die genaue Anliegenklärung erfolgt. In bestimmten Fällen ist zusätzlich eine ausführliche Anamnese (persönliche Vorgeschichte) notwendig. Der ungefähre zeitliche Rahmen und die finanziellen Modalitäten werden mit Ihnen im Vorgespräch festgelegt und können auch später immer wieder an die konkrete Entwicklung angepasst werden.

3. Kliniken für stationäre Psychotherapie

Manchmal sind die seelischen Verletzungen so groß, dass eine ambulante Langzeittherapie nicht mehr ausreicht und stattdessen eine stationäre Psychotherapie das Mittel der Wahl ist. Aufgrund unseres integralen Ansatzes würden wir die meisten Kliniken in Deutschland nicht empfehlen. Die Bevorzugung von Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie gilt nicht nur für niedergelassene Psychotherapeuten, sondern auch für psychosomatische Kliniken, weshalb das Angebot an alternativer Therapie in den letzten Jahren immer geringer geworden ist. Doch gibt es einige Kliniken mit integrativen Konzepten, mit denen wir bzw. unsere Klienten gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

Bei schweren Traumata, speziell auch nach sexuellem Missbrauch und PTSB, können wir für Frauen die Caduceus-Klinik in Bad Bevensen sehr empfehlen. Auch die Klinik am Waldschlösschen in Dresden ist auf Traumatherapie spezialisiert. Sie nimmt Männer und Frauen auf und wird auch von den Krankenkassen belegt.

Immer eine gute Adresse sind die Kliniken, in denen das Bad Herrenalber Modell berücksichtigt wird. Diese Kliniken sind sehr klientenzentriert, arbeiten mit Methoden der Körperpsychotherapie sowie der humanistischen und systemischen Psychotherapie. Das sind zum einen die Adula-Klinik Oberstdorf und die Hochgrat-Klinik Wolfsried, die auch von den normalen Krankenkassen belegt werden. Die Privatklinik Bad Zwischenahn und die Psychosomatische Privatklinik Bad Grönenbach sind Privatpatienten vorbehalten.

Weitere empfehlenswerte Privatkliniken sind die Habichtswaldklinik in Kassel-Wilhelmshöhe, die stark gestalttherapeutisch orientiert ist, und die sysTelios-Klinik, die durch ihren Chefarzt Dr. Gunther Schmidt einen systemisch-hypnotherapeutischen Schwerpunkt hat.

Die Klinikgruppe Heiligenfeld in Bad Kissingen ist besonders auf spirituelle Krisen spezialisiert. Wir können sie aufgrund durchwachsener Rückmeldungen leider nicht mehr uneingeschränkt empfehlen.